MdB Frank Schäffler im Gespräch mit Arbeitgeberverband Herford

Arbeitgeberverband großSteuerpläne von Rot-Grün gefährden Arbeitsplätze

Schäffler: Digitale Infrastruktur im Kreis verbessern

Herford. Zu einem Informationsaustausch mit dem Vorstandsvorsitzenden des Arbeitgeberverbandes Herford, Andreas Peter, trafen sich jetzt der heimische Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler und der Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Stephen Paul, in Herford. Neben den regionalen Themen der Wirtschaftsförderung waren die rot-grünen Steuerpläne Gegenstand des Gespräches. Schäffler warnte davor, die Erhöhung der Einkommensteuer und eine Vermögensabgabe auf die leichte Schulter zu nehmen. Trotz historisch höchste Steuereinnahmen von über 600 Milliarden Euro wolle Rot-Grün den Mittelstand weiter schröpfen. Wer Steuern erhöht und Abgaben einführt, die die Substanz der Unternehmen angreife, der Sorge für geringere Investitionen und gefährde dadurch Arbeitsplätze in der Region, so Schäffler. Für viele mittelständische Unternehmen sei die Einkommensteuer die Unternehmensteuer. Sie führe gemeinsam mit der Vermögensabgabe zu einer Belastung, die sehr schnell 85 Prozent betragen könne. Das sei nicht nur verfassungswidrig, sondern auch unanständig, so Schäffler.

Einig waren sich die Gesprächspartner darin, dass der Kreis Herford in der Breitbandversorgung besser werden müsse. Es sei ein wichtiger Standortfaktor für die Kommunen im Kreis, wenn Unternehmen mit hohen Datenübertragungsraten kommunizieren können. Hier bestehe Handlungsbedarf, den der Kreis Herford erkannt habe. Inzwischen gebe es, so Stephen Paul ein Gutachten über die Breitbandversorgung im Kreis. Diese müsse jetzt zeitnah geschlossen werden. Insbesondere in Spenge gebe es dort dringenden Handlungsbedarf.

Schäffler betonte, dass der Bund auch künftig dem Breitbandausbau hohe Priorität beimesse. “Das Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2014 75% der Haushalte mit einem Breitbandanschluss zu versorgen. 2018 sollen es 100% sein. Dabei können bis zu 90% der Kosten durch die Förderung gedeckt werden. Einzelprojekte können mit bis zu 500.000€ gefördert werden. Die Förderung wird auch im Jahr 2014 fortgesetzt.” Daher sollten die Städte und Gemeinden im Kreis dies als sinnvolle Maßnahme der Wirtschaftsförderung erkennen und jetzt handeln, so der Bundestagsabgeordnete.

Bildunterzeile: Die Rot/Grünen Steuerpläne gefährden nach Ansicht des heimischen Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler Arbeitsplätze in der Region. Dies machte er im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Arbeitbgeberverbandes Herford, Andreas Peter, deutlich. Mit auf dem Bild: Stephen Paul, Fraktionsvorsitzender im Kreistag.

MdB Frank Schäffler will sich für Sanierung der Laurentiuskirche einsetzen

Laurentiuskirche großÄltestes Gebäude in Bünde muss dringend saniert werden

Bünde. Für eine Sanierung der Laurentiuskirche in Bünde will sich der heimische Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler einsetzen. Dies sagte Schäffler bei einem Termin vor Ort zu. Auf Einladung von Pfarrer Rainer Wilmer informierte sich Schäffler in seiner Heimatstadt Bünde über das älteste Gebäude der Stadt und dessen Sanierungsbedarf. Die Kosten schätzt Pfarrer Wilmer auf über eine Million Euro. Insbesondere die eindringende Feuchtigkeit in das Mauerwerk greife die Substanz des Kirchengebäudes an.

Die Laurentiuskirche ist eine der Urpfarrkirchen des Bistums Osnabrück, gehört zu den ältesten Kirchengründungen in Westfalen. Sie war Taufkirche bei der Missionierung der Sachsen 772-804 unter Karl dem Großen.

Frank Schäffler versprach sich für eine Förderung des Bundes einzusetzen. Es sei bedauerlich, dass sich das Land aus der Denkmalförderung völlig zurückziehe und der Bund diese Lücke schließen müsse. Die Kritik von Frank Schäffler lautet deshalb: „Wer die Baudenkmäler vernachlässigt, ist geschichtsvergessend.“

Bildunterzeile: MdB Schäffler (links) will sich für die Sanierung der Lautentiuskirche einsetzen. Mit auf dem Bild: Kirchmeister Dieter Brölhorst, Pfarrer Rainer Wilmer, Presbyter Rainer Alesander und Ernst Tilly vom Förderverein Laurentiuskirche

MdB Schäffler zum Mittelstandsgespräch bei Fleischerei Spengemann

SpengemannSpengemann investiert am Standort Klostenbauerschaft

Schäffler: Mittelstand ist Rückgrad der Wirtschaft

Kirchlengern. Die Fleischerei Spengemann bekennt sich zu Kirchlengern und will am Standort Klosterbauerschaft weiter investieren. Dies kündigte der Inhaber Michael Böke im Gespräch mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler Sitz des Unternehmens an. Schäffler besuchte das Unternehmen im Rahmen seiner Mittelstandsgespräche, um sich vor Ort über die Situation des heimischen Handwerks zu informieren.

Michael Böke, der mit seinem Bruder Andreas das Unternehmen führt, will sich künftig voll auf den Standort Klosterbauerschaft konzentrieren. Den Standort Herford habe man nach dem Erwerb der Fleischerei Spengemann 2006 sukzessive aufgegeben, da man in Kirchlengern mehr Entwicklungsmöglichkeiten sehe und die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung vorbildlich sei.

Spengemann ist über die Region hinaus bekannt für seine Bratwürste und Wurstspezialitäten. Dafür habe das Unternehmen in den letzten Jahren erheblich investiert. Insbesondere auf die lückenlose Chargenrückverfolgung legt das Unternehmen großen Wert. Böke verwendet seit Jahren ein computergestütztes System, das jederzeit die Rückverfolgung fehlerhafter Ware ermöglicht. “Wir setzten auf Qualität, die nachprüfbar ist,” so Böke gegenüber Schäffler.

Schäffler betonte, dass Unternehmen wie Spengemann das Rückgrat der Wirtschaft seien. Sie würden durch ihr unternehmerisches Engagement Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen und das unternehmerische Risiko selbst tragen. Das sei in Zeiten der Finanzkrise in Europa leider keine Selbstverständlichkeit mehr.

Bildunterzeile: Spengemann investiert am Standort Klosterbauerschaft, dies erfuhr der heimischen Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler im Gespräch mit dem Inhaber Michael Böke. Mit auf dem Bild: Joachim John.

Eintopf fürs Volk

Über die neue grüne Umerziehung

Rot, gelb, grün. Was das bedeutet, lernen wir von klein auf. Bei Rot stehen, bei Grün gehen. Klare Signale im Verkehr, die jeder kennt. Doch Ampeln regeln inzwischen nicht nur den Verkehr.

Für Gaststätten gibt es die Hygiene-Ampel. Die Verbraucherschutzminister der Bundesländer sind Fans von ihr. Wenn es nach den Grünen geht, lenken sie demnächst zusätzlich unser Essverhalten. Die Ampel auf Nahrungsmitteln führt uns ans Licht. Zucker und Fett sind schlecht und Vitamine und Grünkerne gut. Die Ampelfarben zeigen uns an, was die Grünen für gesund und was sie für schädlich halten.

Und was für die Mahlzeit gilt, muss doch auch für die Geldanlage sinnvoll sein. Also ist es konsequent, die Ampel auch für die Vermögensberatung vorzuschreiben. Staatsanleihen sind gut, sicher und grün. Aktien sind schlecht, unsicher und rot.

Zu viel Fleisch ist schlecht für das Klima und gegen den Tierschutz, SUV fahren unsolidarisch und für 199 Euro in den Urlaub zu fliegen, beutet die Arbeiterklasse im Bruder- und Schwesterstaat aus. Gemüse muss „Bio“ sein und Eier kommen aus Freilandhaltung. Neulich habe ich mir einen Heizstrahler für den Garten gekauft, der einen Aufkleber trug: „30 Prozent weniger CO2“ – da kauft man doch mit gutem Gewissen.

Die bis dahin unbekannte Albert-Schweitzer-Stiftung hat jüngst die Bundestagsabgeordneten befragt, ob sie einen verbindlichen vegetarischen Tag, einen „Veggietag“, in der Bundestagskantine befürworten. Kein Scherz: Die Bundestagsabgeordneten sollen darüber entscheiden, ob ihre Mitarbeiter zum Kantinenpreis Fleisch essen dürfen. Für uns Abgeordnete bleibt ja stets der teurere Ausweg in ein Restaurant.

Das Ergebnis der Umfrage spricht Bände. Für einen verpflichtenden „Grünkerntag“ sprach sich eine Mehrheit aus. 86 Prozent der Linksfraktion, 82 Prozent der SPD, 38 Prozent der CDU/CSU, 0 Prozent der FDP, aber 100 Prozent der Grünen. Das Ergebnis zeigt: Die Grünen als postmoderne Jakobiner sind der politische Arm einer Umerziehungskultur. Wenn das so weitergeht, wird bald auch der Eintopfsonntag wieder eingeführt.

Zuerst erschienen in der eigentümlich frei 134.

Übertragung der Bankenaufsicht auf die EZB

Der gestrigen Übertragung der Bankenaufsicht auf die europäische Ebene habe ich nicht zugestimmt. Einen Teil meiner Gründe habe ich in einer Rede äußern können. Ich glaube, die Zustimmung zur Übertragung erfolgte in völliger Unkenntnis der Bedeutung der Angelegenheit. Ich nutze die Gelegenheit und stelle meine Gedanken zur EZB-Bankenaufsicht etwas ausführlicher dar:

Die Bedeutung des Projekts kommt am besten in einer Äußerung von Sharon Bowles, Mitglied des Europäischen Parlaments, zum Ausdruck. Sie gehört dort der ALDE-Fraktion an, in der sich auch die FDP organisiert hat. Vor dem Hintergrund ihrer Herkunft aus der ältesten Demokratie der Welt sagte sie: „Unter demokratischen Maßstäben handelt es sich bei der Übergabe der Bankaufsicht an die EZB um eine weitaus größere Souveränitätsabgabe als bei der Einführung des Euro.“

Mit der Übertragung nationaler Hoheitsrechte auf die Europäische Union zur Wahrnehmung durch die EZB bin ich aus mehreren Gründen nicht einverstanden.

Die Übertragung erfolgt in Verkennung der Problemlage. Der Gesetzentwurf (hier zur Beschlussempfehlung) behauptet, ein Staat könne bei Verbleib der Aufsicht auf nationaler Ebene die Risiken, die von international tätigen, für die Stabilität des Finanzsystems relevanten Kreditinstituten ausgehen, nicht bändigen, ohne eine implizite Staatsgarantie einzugehen. Ich halte dies, mit Verlaub, für groben Unfug. Die Risiken für das Finanzsystem rühren nicht von einer zu laxen Aufsicht, die in nationaler Beschränkt- und Blindheit agiert, her. Die Risiken im Finanzsystem sind Folge des Geldsystems, das den Notenbanken die Geldschöpfung im Kartell mit den Geschäftsbanken ermöglicht. Die Geldschöpfung ist dadurch nicht nur abgehoben von der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Geldschöpfung ist vielmehr komplett entkoppelt von dem grundlegenden Prinzip des Wirtschaftens, vom Prinzip der Knappheit. Die Wirtschaftsrechnung erfolgt zur Lösung des Problems, wie knappe Ressourcen zu verteilen sind. Preise sind das Werkzeug, dessen sich die Wirtschaftsakteure bedienen, wenn sie Entscheidungen treffen und handeln. Für das wichtigste Element eines marktwirtschaftlichen Systems, das Geld, ist die Verknüpfung zwischen Knappheit und Verfügbarkeit aufgehoben – insbesondere für manche Akteure, was besonders ungerecht ist. Der „Preis“ des Geldes stimmt nicht mehr. Für manche Akteure ist Geld daher viel zu leicht verfügbar, denn die Notenbanken können nach Belieben und auf Knopfdruck Geld drucken. An dieses Geld kommen zuerst die Geschäftsbanken und die Finanzindustrie. Was heute – ursprünglich polemisch, mittlerweile fast schon üblich – als Finanzkapitalismus bezeichnet wird, ist Folge dieser Entkopplung des Geldes vom Knappheitsprinzip. Das Geld, das wir alle benutzen, wird dadurch ausgehöhlt und seiner Funktion beraubt. Das seiner Funktion entleerte Geld ist verantwortlich für Blasen und vor allem für die von vielen als ungerecht empfundene Verteilung von Gütern. Diesem Problem kommt man nicht durch eine Aufsicht bei, gleich ob in nationaler oder europäischer Verantwortung. Diesem Problem kommt man nur durch ein besseres, im Wettbewerb stehendes Geld bei. Geld muss also wieder ein Produkt der Marktteilnehmer werden. Bis dahin werden die Krisen bleiben.

Die angebliche implizite Staatsgarantie, der man durch die Übertragung der Aufsicht beikommen will, ist keineswegs implizit, sondern Folge vorheriger staatlicher Entscheidungen. Die vorherigen Bankenrettungen auf Kosten der Steuerzahler, angefangen mit Hypo Real Estate und IKB in Deutschland, haben den Grundstein dafür gelegt, dass Gläubiger von Banken glaubten, ihre Forderungen würden staatlich garantiert. Hätten wir IKB und Hypo Real Estate ohne die Schaffung von Abwicklungsgesellschaften bankrott gehen lassen, wäre dies mit einem Disziplinierungseffekt verbunden gewesen. Alle Bankengläubiger hätten Konsequenzen gezogen und genau geschaut, ob und zu welchen Konsequenzen sie Banken Kredit geben können. Das Gegenteil ist passiert: Seit den Bankengläubigerrettungen von IKB, HRE und WestLB verhalten sich die Gläubiger aller Banken disziplinlos. Seitdem lohnt es sich, Gläubiger von Banken zu sein. Leider übertragen wir dieses Modell einer impliziten Staatshaftung für die Forderungen von Bankgläubigern nun auf die europäische Ebene. Die von der Bundesregierung vertretene Haftungskaskade von Aktionären zu Gläubigern, zu nationalen Abwicklungseinrichtungen, zu ESM ist fürchterlich schädlich. Eine Insolvenz muss ohne Staatsmittel, gleich an welcher Rangstelle, auskommen, ansonsten ist es keine marktwirtschaftliche Insolvenz, denn das Verlustprinzip wird für die begünstigten Gläubiger außer Kraft gesetzt. Wir brauchen daher nur eine einzige Haftungskaskade: Erst die Aktionäre, dann die Gläubiger. In welcher Reihenfolge die Gläubiger haften, ist Sache der vertraglichen Gestaltung mit ihrem Schuldner. Wenn das Vermögen des Insolvenzschuldners nicht reicht, müssen im Zweifel eben die Gläubiger haften. Ich mache nur eine einzige Ausnahme: Vor allem aus Gerechtigkeitsgründen, aber auch, um den Zahlungsverkehr aufrecht zu erhalten, sollten Sparkonten und bestimmte andere Konten garantiert werden, so dass sie von der Insolvenz nicht betroffen sind. Dies kann jedoch für den Staat kostenlos passieren (vgl. mein Abwicklungsszenario). Um diese simple, marktwirtschaftliche, die Vertragsfreiheit bewahrende und steuerzahlerschonende Haftungskaskade durchzusetzen, braucht man keine europäische Aufsicht und keinen ESM. Die Übertragung der Aufsicht auf die europäische Ebene ist daher komplett überflüssig.

Sie ist zusätzlich ein Verstoß gegen die Europäischen Verträge. Die Bundesregierung meint, die Rechtsgrundlage für die Aufsicht in Artikel 127 Absatz 6 AEUV sehen zu können. Nach diesem geltenden Recht dürfen der EZB nur “besondere Aufgaben im Zusammenhang mit der Aufsicht” übertragen werden. Doch der Verordnungsvorschlag sieht vor, der EZB die laufende, reguläre Aufsicht zu übertragen. Das war niemals von der Norm beabsichtigt. Das gibt der Wortlaut nicht her und ist rechtswidrig. Aus der Wahl dieser falschen Norm resultieren überdies Folgeprobleme: Durch die Ansiedlung der Aufsicht bei der EZB werden Geld- und Fiskalpolitik vermischt. Die angeblich eingerichteten sogenannten Brandmauern zwischen Geldpolitik und Aufsicht sind aus japanischem Papier: Schon jetzt scheint hindurch, was sich dahinter abspielt und bei der erstbesten Gelegenheit werden sie abgefackelt werden.

Mit der EZB machen wir überdies den Bock zum Gärtner. Ziel der Bankenaufsicht war die Schaffung eines unabhängigen Gremiums zur Durchsetzung „deutscher“ Standards für die südeuropäischen, insbesondere spanischen Banken. Das kann die Aufsicht durch die EZB nicht gewährleisten. Nach der geplanten internen Kompetenzverteilung der EZB wird es ein Aufsichtsgremium und ein Schlichtungsgremium geben. Doch beide sind im wesentlichen nach dem Vorbild des EZB-Rats eingerichtet. Sie werden von nationalen Interessen dominiert. Beschlossen wird mit einfacher Mehrheit. Von keinem der beiden Gremien sind daher Entscheidungen zu erwarten, die inhaltlich von der inflationären, die Südländer bevorteilenden „Geld“-Politik des EZB-Rats abweichen oder diesen widersprechen. Diese europäischen Aufseher sind nicht objektiver als nationale Behörden. Sie werden keinesfalls mutmaßliche europäische Interessen vertreten, da sie ihren nationalen Hintergrund niemals vergessen könnten. Im Hinblick auf die EZB wissen wir aus Studien, dass die Leitzinsen im EZB-Rat nicht im europäischen Interesse, sondern mit Blick auf die Heimatländer ausgehandelt werden. Für die Aufsicht durch die EZB wird zukünftig nichts anderes gelten. Entscheidungen der Aufsicht werden nicht irgendeinem fiktiven gesamteuropäischen Interesse folgen, sondern den Interessen derjenigen, die im Aufsichtsgremium entscheiden. Oder anders: Es ist eine Illusion zu glauben, wir bekämen eine objektive Aufsicht mit „deutschen“ Standards. Ob diese „deutschen“ Standards besser sind, sei ohnehin dahingestellt.

Doch dieses nicht objektive Aufsichtsgremium wird als institutionalisierte Verkörperung nationaler Interessen weitreichende Entscheidungen treffen können. Es geht nicht bloß darum, ob Direktoren entlassen werden können oder ob die Aufsicht Geschäftsräume von Banken betreten darf. Vor allem geht es darum, dass die Aufsicht zukünftig dafür zuständig sein wird, Banklizenzen zu erteilen und Banklizenzen zu entziehen. Die EZB wird zukünftig über den Erwerb von Beteiligungen entscheiden, sie genehmigen oder ablehnen können. Das sind harte Eingriffsbefugnisse. Die EZB hat es zukünftig in der Hand, welche Form und Gestalt die europäische Kreditbranche annehmen wird. Ob und wie es gegen solche Entscheidungen Rechtsschutz gibt, ist höchst fraglich.

Ich bleibe daher dabei, dass es ein großer Fehler ist, die Aufsicht auf die EZB zu übertragen. Wir machen den zweiten Schritt vor dem ersten. Die Übertragung neuer Kompetenzen auf die EZB ist mindestens solange ein Fehler wie die derzeitigen Strukturen – nicht nur bei den Stimmverhältnissen – von ESZB und EZB fortbestehen. Das Einzige, was wir auf diese Art bewirken, ist die Tür für weitere heimliche und offene, mittelbare und unmittelbare Transfers zu öffnen. Ein Europäischer Finanzausgleich darf jedoch nicht innerhalb des Zentralbankensystems stattfinden. Er wäre, wenn man ihn überhaupt haben wollte, Aufgabe der Politik, die ihrerseits und zu diesem Zeitpunkt jedenfalls keine Legitimation besitzt.

Freundliche Grüße
Frank Schäffler

Rede anlässlich der Übertragung der Bankenaufsicht auf die EZB

Frank Schäffler (FDP):

Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Übertragung der Bankenaufsicht auf die Europäische Zentralbank ist eine der weitreichendsten Entscheidungen, die der Deutsche Bundestag seit der Einführung der gemeinsamen Währung, des Euros, getroffen hat. Sie ist verbunden mit der Abgabe von Souveränität. Dass der Deutsche Bundestag über diese entscheidende Frage heute um 22 Uhr entscheidet, zeigt, wie wichtig wir diese Frage als Parlament tatsächlich einschätzen.

(Dr. Gerhard Schick (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Da hat er recht! – Joachim Poß (SPD): Was heißt hier „wir“? Christian Lange (Backnang) (SPD): Ihre Koalition!)

Die Frage ist, wie ernst es uns damit ist, die europäische Bankenaufsicht tatsächlich zentral zu regeln. Es glaube bitte keiner in diesem Raum, dass es möglich ist, von 17 Bankenaufsichten in Europa mit 17 EDV-Systemen und 17 Behördenstrukturen innerhalb eines Jahres zu einer funktionsfähigen europäischen Bankenaufsicht zu kommen.

(Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU): Es geht nur um wenige Banken!)

Das ist unmöglich, und es wissen auch alle, dass das unmöglich ist.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)

Daran sehen Sie: Es geht gar nicht darum, eine funktionsfähige Bankenaufsicht in Europa zu schaffen, es geht um etwas ganz anderes: Es geht darum, die spanischen Banken mit Eigenkapital aus europäischen Steuertöpfen zu befördern. Das eigentliche Ziel ist, die Banken durch den ESM an den Staatshaushalten vorbei direkt zu rekapitalisieren.

(Beifall des Abg. Manfred Kolbe (CDU/CSU))

Das Ziel ist also, dass der ESM zu einem Bankenrekapitalisierungsfonds wird; die Bankenaufsicht spielt überhaupt keine Rolle.

(Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU): Das stimmt doch gar nicht!)

Wenn Sie es ernst meinten mit der vollständigen Übertragung der Bankenaufsicht, dann müssten Sie die europäischen Verträge ändern. Diese Verträge geben das, was Sie heute beschließen wollen, nämlich nicht her. In Art. 127 Abs. 6 AEUV ist geregelt, dass nur besondere Aufgaben der Bankenaufsicht auf die EZB übertragen werden können, aber nicht die komplette Bankenaufsicht.

(Bartholomäus Kalb (CDU/CSU): „Bedeutende“ heißt es im Vertrag! – Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU): Das machen wir gar nicht!)

Doch genau das haben Sie jetzt vor. Wenn Sie das machen, begehen Sie einen Rechtsbruch. Tatsächlich gibt es für das, was Sie heute beschließen wollen, keine Rechtsgrundlage.

(Widerspruch des Abg. Klaus-Peter Flosbach (CDU/CSU))

Wenn Sie den ESM zu einem Bankenrekapitalisierungfonds machen wollen, dann müssen Sie das mit offenem Visier tun, dann müssen Sie einen Konvent einberufen und eine Vertragsänderung in Gang setzen und in letzter Konsequenz auch eine Volksabstimmung darüber in Deutschland durchführen. Wir sind dann nämlich letztendlich auf dem Weg in den europäischen Superstaat.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Widerspruch des Abg. Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU))

Wer den europäischen Bundesstaat will, der muss am Ende die Verträge dahingehend ändern und muss darüber in einer Volksabstimmung entscheiden lassen. Das muss man offensiv machen, das darf man nicht durch die Hintertür tun.

Wenn wir gute Nachbarn in Europa zu Schuldnern bzw. Gläubigern machen, dann schaffen wir kein einheitliches Haus Europa, sondern zerstören es. Das, was heute beschlossen werden soll, ist ein weiterer Schritt dahin, der am Ende dazu führt, dass das Haus Europa zerstört wird, statt dass an ihm weitergebaut wird.

Vielen Dank.

(Beifall bei Abgeordneten der FDP und der CDU/CSU Dr. h. c. Hans Michelbach (CDU/CSU): Völlig verquer!)

Aktualisierte Referentenliste des Liberalen Aufbruchs

Gerne verweise ich auf die Aktualisierung der Referentenliste des Liberalen Aufbruchs für Ihre Veranstaltungen in den Orts- und Kreisverbänden der FDP sowie darüber hinaus. Sie steht Ihnen auf der Homepage des Liberalen Aufbruchs zum Download zur Verfügung. Die Referenten des Liberalen Aufbruchs würden sich freuen, wenn Sie sie zu Ihren Veranstaltungen einladen. Zögern Sie nicht und planen Sie Veranstaltungen. Denn es gilt: “Aufbruch jetzt!”

Aufstand gegen die EZB-Bankenaufsicht

handelsblatt

Schon die Bundesbank bemängelte Schwachstellen an der geplanten EZB-Bankenaufsicht. Doch die Politik drückt aufs Tempo. Der Bundestag will das Konstrukt heute abnicken, was der FDP-Politiker Schäffler verhindern will.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler hat in einem eindringlichen Appell seine Fraktionskollegen aufgefordert, am heutigen Donnerstag im Bundestag gegen das Zustimmungsgesetz zur europäischen Bankenaufsicht zu votieren. In einem Handelsblatt Online vorliegenden Brandbrief an die Fraktion bezeichnet es der als Euro-Skeptiker bekannte Politiker als „großen Fehler“, die Aufsicht auf die Europäische Zentralbank (EZB) zu übertragen.

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Euro-Umfrage schreckt FDP auf

handelsblatt

Der EZB-Krisenkurs bringt die Liberalen unter Zugzwang. Anders als Parteichef Rösler sind viele FDP-Anhänger für einen Stopp der Euro-Rettungsmaßnahmen. Schon wittern einige liberale Euro-Kritiker Morgenluft.

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Der Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, sagte dazu Handelsblatt Online: „Das marktwirtschaftliche Gen ist unter den Anhängern der FDP weit verbreitet. Liberale wissen, dass sich Wohlstand nicht von der EZB drucken lässt.“ Dennoch habe die FDP seit 2009 zwei Drittel ihrer Wähler verloren. Das liege insbesondere daran, dass die Parteiführung „den verbliebenen Anhängern der Marktwirtschaft kein Angebot macht und sich lieber nach dem sozialdemokratischen Mainstream richtet“. Das müsse sich „dringend“ ändern. „Dafür kämpfe ich seit langem“, sagte Schäffler.

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