Reformbedarf bei der Hofabgabeklausel

Datum: 
04.03.2010

Landwirte des Kreises Herford diskutierten jetzt im Deutschen Bundestag mit Abgeordneten der christlich-liberalen Koalition über die Altersversorgung der Landwirte und die damit verbundene Pflicht der Hofabgabe. Am Gespräch beteiligt waren die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Gudrun Kopp MdB, der Sprecher für Agrarsozialpolitik der FDP-Bundestagsfraktion Dr. Edmund Geisen MdB, der Obmann der FDP-Bundestagsfraktion im Finanzausschuss Frank Schäffler MdB und für die CDU-Fraktion Johannes Röring (MdB), Mitglied des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Der Herforder Kreislandwirt Werner Seeger erläuterte den Bundespolitikern seine Initiative, die Hofabgabeklausel abzuschaffen oder das Altershilfegesetz entscheidend zu lockern. Der Bünder Abgeordnete Frank Schäffler sicherte den Landwirten seine Unterstützung zu: "Ich werde mich dafür einsetzen, die Pflicht zur Hofabgabe abzuschaffen. Im Kern entspricht diese Forderung auch unserem liberalen Rentenkonzept: Es ermöglicht einen flexiblen Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand und gibt den Bürgern die Möglichkeit, unbegrenzt hinzuzuverdienen."

Mit der Hofabgabepflicht wurde in den 1950er-Jahren der langfristige Erhalt von Landwirtschaftsbetrieben gesichert. Außerdem sollte vermieden werden, dass die Landwirte weit über ihr Rentenalter hinaus arbeiteten. Heute haben aber die Kinder seltener ein Interesse daran, den elterlichen Hof zu übernehmen - auch sind Kaufinteressenten nur noch schwer zu finden. Den Zwang, ihren Betrieb abzugeben, sehen viele Landwirte deshalb zu Recht als nicht mehr zeitgemäß an.

Bildunterschrift: Landwirte des Kreises Herford im Deutschen Bundestag
Foto: Armin Asbrand / Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe

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