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Mehr Mut zu Recht und Freiheit

Nun haben Sie meinen letzten Rundbrief dieser Wahlperiode vor Augen, denn am Sonntag wird gewählt. Wenn Sie in meinem Wahlkreis wohnen, möchte ich von Ihnen beide Stimmen. Darum habe ich nun ein gutes Vierteljahr geworben. Das ist nicht nur mein gutes Recht als Bewerber um das Wahlkreismandat im Wahlkreis 133, sondern meine Pflicht. Die Wahl ist kein Schaulaufen. Ganz oder gar nicht heißt meine Devise.

Ich habe meine Positionen so klar und deutlich vertreten, wie ich konnte – und auch selbstbewusst. Dieses Selbstbewusstsein brauchen wir Liberale. Die Mehrheit der Menschen schaut mit Verachtung auf liberale Positionen. Es braucht Mut, den Liberalismus nicht nur mit dem Verstand, sondern auch dem Herzen in Wort und Tat zu vertreten. Herz, Verstand und Mut sind die Voraussetzungen für unsere Überzeugungskraft. Für uns alle ist klar, dass Liberalismus häufig zunächst eine Sache des Verstandes ist. Wir wissen, dass Freiheit für Mensch und Gesellschaft besser ist als Unfreiheit. Wir haben unsere liberalen Denker gelesen.

Doch das Gefühl darf nicht zu kurz kommen. Es kann sich doch niemand der Einsicht verschließen, dass Freiheit auch unsere Herzensangelegenheit ist. Wir wollen, dass es den Menschen besser geht und dass sie freier sind. Doch wir brauchen Mut, dies gegen eine Überzahl unserer Gegner zu behaupten. Diese glauben die Weisheit gepachtet zu haben und wollen in einer unbeschreiblichen Anmaßung von Wissen Vorschriften machen, wie wir uns verhalten sollen. Nehmen wir unseren Mut zusammen und stoßen diese etatistischen Tugendwächter von dem hohen Ross, auf dem sie mitsamt ihrer Moral reiten! Sollen sie dort sitzen und sich sicher fühlen, die Sozialdemokraten aller Parteien. Früher oder später kommen sie doch zu Fall. Denn der Fall folgt bekanntlich dem Hochmut nach. Ich könnte meine Stimme niemals jemandem geben, der auf diesem hohen Moralross sitzt. Und deshalb fällt mir auch nicht ein, auf das Werben um die Erststimme zu verzichten.

Aus der Überzeugung für den Liberalismus folgen unsere Inhalte und sie rechtfertigen das Werben um jede Stimme. Das liberale Profil unterscheidet uns vom politischen Wettbewerb. Je mehr liberalen Inhalt wir vorweisen, umso weniger trägt das Funktionsargument. 1998 hieß es einmal „FDP wählen, damit Kohl Kanzler bleibt“. Dies hat die FDP auf eine reine Funktion beschränkt. Das war der Tiefpunkt der FDP. Danach waren wir uns einig, uns nie wieder auf einen Kanzlerwahlverein reduzieren zu lassen. Denn schwach war die FDP immer dann, wenn sie ihr eigenständiges liberales Profil, Inhalte und Werte aufgegeben hat.

Mit mir wird es keine solche Nibelungentreue geben. Ich werde meine liberalen Überzeugungen nicht verraten und weiter für das kämpfen, was ich für richtig halte: Gleiches Recht für alle, eine bessere Europolitk mit einem Gleichlauf von Risiko und Haftung, gegen das Monopol der Europäischen Zentralbank und für direkte Demokratie.

Wenn es um Freiheit geht, mache ich keinen Kompromiss. Seien auch Sie kompromisslos im Kampf um Ihre Freiheitsinseln und wählen Sie den Unterschied! Nur mit Ihrer Hilfe werden wir gemeinsam aus unseren jeweiligen Freiheitsinseln einen Kontinent machen.

Freundliche Grüße
Frank Schäffler